Geschichte

Dausenau hat heute 1300 Einwohner. Der Ort ist zu beiden Seiten der Lahn gelegen.

Seine Entstehung verdankt der Ort Dausenau dem Bach, der in der Ortsmitte neben dem historischen alten Rathaus in die Lahn mündet. Sein im Laufe der Jahrtausende aufgebauter Schuttfächer ermöglichte das Entstehen einer größeren Ansiedlung im engen Tal der unteren Lahn, ohne dass die Gehöfte der Gefahr häufiger Lahnhochwasser ausgesetzt waren. 

Die erste urkundliche Erwähnung zweier Vertreter des niederen Adels von Dausenau im Nekrolog des nahen Klosters Arnstein lässt sich auf das Jahr 1244 datieren. Der Ort ist jedoch wesentlich älter.

Wissenschaftliche Untersuchungen von Bauholz aus dem Turm der St. Kastorkirche haben das Fällungsjahr 1179 ergeben.

Die heutige frühgotische Kirche hatte wohl eine Vorgängerin, deren romanischer Turm erhalten blieb, was Grabungen im Chor belegt haben.

 

Zusammen mit Nassau und dessen heutigem Stadtteil Scheuern erhielt Dausenau am 26. Juli 1348 auf Betreiben der Grafen Adolf und Johann von Nassau Stadtrechte. Sie umfassten alle Rechte, wie sie andere Reichsstädte hatten. Als Hauptgrund der Stadtrechtsverleihung an Nassau, Scheuern und Dausenau kann der Wunsch der Nassauer Grafen zum Schutz ihrer Stammburg angesehen werden.

Die Befestigung der drei Orte sicherte und kontrollierte den Zugang zur Stammburg beiderseits durch das Lahntal und durch das Mühlbachtal. Von der einst mächtigen Befestigung der mittelalterlichen Stadt zeugen noch die beiden Türme in der Nähe des Lahnufers sowie Stümpfe von fünf weiteren Türmen beiderseits des Bachlaufes, die die trapezförmig angelegte Stadtmauer sicherten. Die Mauer selbst ist an wenigen Stellen noch in voller Höhe, überwiegend noch bis zur Höhe des Wehrganges erhalten.

Bis ins 17. Jh. erfüllte die Stadtmauer mit ihren Türmen, Toren und Durchlässen ihre Schutzaufgabe, die veränderte Kriegs- und Waffentechnik führte später zum teilweisen Verfall. Der „Schiefe Turm“ ist das interessanteste Überbleibsel der Wehranlagen, er weist nachweislich die größte Neigung aller bekannten schiefen Türme auf.

Die Enge des Tales und fehlende Verbindungen zum Hinterland verhinderten die Entwicklung einer bedeutenden Stadt, dennoch wurden Märkte abgehalten und es bildeten sich auch einige Handwerkszünfte wie Bäcker, Bender, Metzger. Es gab aber auch Fischer, Schlosser, Schreiner, Bierbrauer, Leyendecker und Strumpfstricker. Landwirtschaft, Obst- und Weinbau, Mühlen, Fischerei, Bergbau, Waldwirtschaft und Holzkohleherstellung waren wichtige Erwerbszweige im Spätmittelalter.

Entlang des Unterbaches gab es zeitweise bis zu acht Mühlen, die Mehl und Öl erzeugten, der Herstellung von Eichenlohe oder als Schneidmühle dienten. Eine Mühle, die „Schmeltz“, wurde zur Bearbeitung der Bergbauerzeugnisse eingesetzt. Die Geschichte der Mühlen und Müllersfamilien ist weitgehend erforscht.

In jüngerer Zeit waren viele Bürger bei Bahn und Post beschäftigt, sie sicherten die Ernährung der Familien mit einer Nebenerwerbslandwirtschaft. Heute gibt es noch einen Vollerwerbslandwirt, das Offenhalten der ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzflächen an den steilen Hängen wird zunehmend zu einer wichtigen Aufgabe.

Die schöne Lage des Ortes und die günstige Erreichbarkeit der Städte Bad Ems, Nassau und Koblenz haben Dausenau zu einer Wohnsiedlung werden lassen.

 

Die Befestigungsanlagen der ehemaligen Stadt, das auf die Stadtmauer aufgesetzte spätgotische Fachwerkrathaus, das zweitälteste Deutschlands, die am Wochenende zeitweise geöffnete frühgotische St. Kastorkirche mit interessanten Wandmalereien, einem spätmittelalterlichen Flügelaltar mit Darstellungen der drei Kirchenpatrone und interessanten Tafelbildern aus dem Marienleben und die Lage an der Lahn machen Dausenau auch zu einem beliebten Ziel für Feriengäste und Touristen.

(Text und Bilder: Gerhard Schäfer)

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